Frühling!
14.04.2010 | Wenn die Tatoo-Läden wieder voller werden, dann ist für meine Freundin der Frühling da. Wenn sie die Sonne wieder auf der Haut spürt und wenn Menschen wieder fröhlicher aussehen.

Andere erfreuen sich an ihren frisch bepflanzten Blumenkästen und machen ihre Vorgärten neu. Eine Frau aus der Gemeinde las neulich das Gedicht „Frühling lässt sein blaues Band“ von Eduard Möricke vor. Und in mir summt das Lied „Veronica, der Lenz ist da“.
Mir persönlich gefällt besonders gut das Gelb der Forsythiasträucher im Frühling. Denn die Farbe gelb erinnert mich an das Osterlicht. Ich werde erinnert an einen neuen Anfang, an etwas Zartes, an Unbekanntes und an Dinge, die aufblühen wollen – auch in mir selbst.
Ich frage mich: Was blüht bereits? Was will sich entfalten? Was liegt noch im Winterschlaf? Ich halte Innenschau und entdecke meine Kreativität, die noch bedeckt ist. Gedichte und Gebete wollen geschrieben werden.
Aber auch bunte Bilder möchte ich wieder malen. Mit Wasserfarben und Ölkreide, und sie dann in der Wohnung aufhängen oder verschenken. Die Turnschuhe wieder anziehen und um den nahegelegenen Teich laufen. Mit dem Hund um die Wette rennen und die frühlingshafte Luft genießen. Freunde in Straßencafes treffen und die schöne Kleidung der Leute bestaunen. Lebensenergie spüren und Ideen in die Tat umsetzen.
Frühling, das ist für mich die Zeit des Aufbruchs, in der uns Menschen das Licht der Auferstehung auch nach Ostern den Weg weist. Zu uns selbst und zum anderen.
Anja Hartmann
Diplom-Theologin
Nordelbische Kirche
- Datum 14.04.2010
- Autorin Anja Hartmann
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