Bischof Gerhard Ulrich - Predigten
Predigt über das Hohe Lied im Rahmen der Ausstellungseröffnung zu einem Bilderzyklus von Uwe Appold „shir: Das Hohelied“
24.04.2012 | Liebe Gemeinde!
I
Reden wir nicht lange `rum – zur Sache, Schätzchen:
Er: Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du!
Deine Augen sind wie Taubenaugen hinter deinem Schleier. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead. Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der Schwemme kommen; alle haben sie Zwillinge und keines unter ihnen ist unfruchtbar. Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel. Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, an der tausend Schilde hangen, lauter Schilde der Starken. Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen, die unter den Lilien weiden. … Du bist wunderbar schön meine Freundin, und kein Makel ist an dir.“ (4, 1-7)
Predigt zu I. Korinther 15, 50-58
12.04.2012 | Liebe Gemeinde!
I
Erschienen ist der herrlich Tag, dran niemand g´nug sich freuen mag…! – Unsere Osterlieder sind von überschäumender Freude bewegt. Unerschrocken klingt es: Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not, hat überwunden Jesus Christ…“ - Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alles, was betrübet war zuvor, das freu sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja!“
Keiner kann uns mehr etwas anhaben mit diesem Gott an unserer Seite! Mit ihm werden wir auferstehen mitten im Leben und uns nicht sagen lassen, wann Anfang ist und schon gar nicht, wann Ende! Oder, wie Paulus schreibt: Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“
Ganz am Anfang der Glaubensgeschichte der Christen steht, singt und tanzt die Freude über die Nachricht, dass einer, der tot war, auferweckt wurde von Gott zum Leben! Das Entsetzen der Frauen am Ostermorgen wurde verwandelt in diese Freude. Ebenso die Erfahrung der beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus – der Fremde, der das Brot bricht und den sie dabei erkennen als den auferstanden Christus: Brannte nicht unser Herz“? – Tod, wo ist dein Sieg?
Dialogpredigt mit Bischöfin Fehrs zu Joh 12
03.04.2012 | Evangelium Joh 12,12-19
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):
15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«
16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.
17 Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.
19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.
Predigt zu Philipper 1, Vers 15 - 21
20.03.2012 | Liebe Gemeinde!
Der für den heutigen Sonntag vorgeschlagene Predigttext aus dem Philipperbrief führt uns hinein in die Anfänge der christlichen Mission. Die Christen sind in den Augen der Herrscher des Römischen Reiches eine kleine, obskure religiöse Splittergruppe innerhalb des Judentums. Sie gelten – wie die Juden auch – als Atheisten“, weil sie den Götterkult der römischen Staatsreligion nicht mitmachen und statt dessen festhalten am Bekenntnis zu dem einen Gott, der in den Heiligen Schriften des Judentums als Schöpfer, Erhalter und Erlöser der Welt bezeugt wird. Aus Gründen, die kein vernünftig tickender römischer“ Mensch versteht, wollen die Juden anders sein und bleiben – und diese Splittergruppe, die sich da um den herumziehenden Prediger Paulus gebildet hat, die versteht man schon gar nicht.
Predigt zur Ordination
07.03.2012 | Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder!
Der Predigttext für den heutigen 2. Sonntag der Passionszeit steht im Buch des Propheten Jesaja im 5. Kapitel. Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg“ führt uns mitten hinein in eine politisch brisante Zeit: Welche außenpolitischen Bündnisse soll das Gottesvolk eingehen?
Im Inneren wachsen die Verteilungskämpfe zwischen Reichen und Armen. Die Oberschicht schwelgt im Luxus, die Stunde der Raffgier ist da. Die Unterschicht wird abgehängt – die Armen und Obdachlosen sind schlicht überflüssig“; kein Rettungsschirm in Sicht für die da ganz unten. Der Prophet stimmt sein Protestlied (Jesaja 5,1 – 7) an:
Aktuelle Predigt:
22.04.2012 - St. Marien-Kirche in Flensburg
Predigt über das Hohe Lied im Rahmen der Ausstellungseröffnung zu einem Bilderzyklus von Uwe Appold „shir: Das Hohelied“ mehr...
